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  • Nora Dirisamer

Wie ich zum Babytragen kam...

Meine Tochter (aktuell beinahe 6 Jahre alt) wollte ich tragen. Das wusste ich schon in der Schwangerschaft. Habe mich "ausgerüstet" und gesehen, dass es ganz ganz viele verschiedene Arten des Tragens gibt, vom Tuch bis hin zum Sling und Onbus - eine Welt tat sich mir auf! Alles neu, viele Fragezeichen. Egal. Ich entschied mich für eine Tragehilfe und kaum war sie da, die Maus, war sie an Mama dran! Und bald auch bei Oma, bei Opa und natürich bei Papa in der Tragehilfe! Und was soll ich sagen - es hat uns so geholfen!

Mein Spössling wollte nicht abgelegt werden. Nie. Also auch wenn sie am Arm einschlief und bereits in richtig tiefem Tiefschlaf war - sobald ich sie von mir weg wohin legen wollte - Augen auf, wach, weinen! Immer! Unfassbar - ! ich war irritiert, dachte ich hätte sie "verwöhnt", hätte was "falsch" gemacht, oder sie sei vielleicht krank.

Heute kann ich drüber lächeln und bin nach einem langen Weg durch die Welt der Trageabenteuer viel weiter als ich damals war.


Meine Erkenntnisse kurzgefasst:


1) Menschen sind TRAGLINGE!

Wir kommen zur Welt, zu 100% schutzlos und hilfsbedürftig. Aber wir können eines: GREIFEN! Wir klammern uns an unsere Liebsten! Ein Reflex aus den Urzeiten der Menschheit, als wir noch (mehr) Fell hatten!

2) Wenn meine Maus weint, sobald ich sie ablege macht sie mich nicht absichtlich fertig oder ist verzärtelt - nein - sie will nur eines: Überleben! KONTAKTWEINEN nennt sich das. Als wir noch Nomaden waren bedeutete es für einen Säugling schnell den Tod alleine gelassen wo zu liegen. Daher: Mache auf dich aufmerksam! Weine! Und du wirst aufgenommen.

3) Verwöhnen im ersten Lebensjahr GEHT NICHT! Säuglinge haben primäre Bedürfnisse, die gestillt werden wollen. Um zu überleben brauche sie Nahrung und NÄHE! und Zuneigung!

4) Wer trägt, trägt zur Entwicklung des Nachwuchses viel bei! "Die läuft ja nie, wenn du sie immer trägst"... Tja, das Gegenteil ist der Fall! Getragene Babies erleben viel mehr Sinnesreize, ihr Gleichgewichtsorgan ist schneller gefordert und gefödert, weil sie sich mit mama/Papa mit bewegen, wie sie es selbst noch nicht könnten. Sie hören, reichen, schmecken, fühlen mit uns mit und "lernen" (also: ERFAHREN) Neues in jedem Moment

5) Bindung (Bonding) und Kuscheln macht glücklich, selbstsicher und zufrieden!

Babies die getragen werden weinen weniger, schlafen besser, sind ausgeglichener. Mamas, die tragen haben seltener Probleme beim Stillen, weil das Tragen das Kuschelhormon Oxitocin ausschütten lässt und so zum MIlchbildung beiträgt. Dieses Hormon macht auch nachgewiesenerweise glücklich! UNd sorgt für Bindung. Ein Kind, das sich der Liebe und Geborgenheit sicherist, traut sich früher und offener in die Welt als ein Kind mit Bindungsängsten. Und was das alles später mal für positive Auswirkungen haben wird - herrlich! Empathische Menschen ohne Beziehungsängste!

Papas haben es oft nicht leicht, gerade am Anfang. Mama hatte den Zwerg im Bauch, Mama hat ihn geboren, Mama stillt ihn, - nur Mama scheint ihn beruhigen zu können. Papas, die tragen, können die Bindung zu ihren Kindern enorm vertiefen und Mama entlasten.Und das Baby wird happy, denn bei Papa ist es großartig! Win-Win-Win!

6) Kuscheln mach klug! Ja -so ist es! Also: Kuschelt eure Kinder! Tragen ist Kuscheln in herrlicher Form!

7) Tragen macht das Leben einfacher!

Mit dem Kinderwagen in den Öffis? Ouh! Oder auf Waldwegen spazieren - oups. Auf Reisen, im Alltag, zuhause - ich sag euch, meine Tragehilfe und meine Tücher waren überall im Einsatz und ich hatte die Hände frei, ein entspanntes, glückiches Kind, keine Probleme mit dem Schlafen und wir gemeinsam jede Menge Abenteuer! Ab dem zweiten Kind war das dann sowieso nicht mehr anders denkbar. Nur mit Tragen des Zwerges bekam er, was er brauchte und meine Tochter dennoch noch genug Hände und Zeit von Mama!

8) Tragen ist gesund - vorausgesetzt, man bedenkt die Basics des Richtigen Tragens (Stichworte: Anhock-Spreiz-Haltung, gestüzte Wirbelsäule, Blick zum Tragenden, Kopf gestützt) - mehr dazu in einem eigenen BLOG Beitrag!


Tja. Und irgendwann kam dann meine Ausbildung zur Trageberaterin bei der Trageschule Wien und damit begann mein Weg des TEILENS! So viele Eltern und Babies durfte ich begleiten und es ist immer wieder derart beglückend zu sehen, wie happy TRAGEN alle machen kann! Vorausgesetzt: Man hat ein tolles Produkt und weiß es richtig anzuwenden!



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